Logbuch von Käpt’n Knopf Logbuch

Jeder echte Kapitän hat ein Logbuch. In meinem schreibe ich über meine Abenteuer auf hoher See, in fernen Ländern und was mir sonst noch so alles Spaß macht! Und wenn es Neuigkeiten gibt, erfahrt ihr sie selbstverständlich als Allererste!

1_Venedig
Sonntag, 10. Mai 2015

Venedig

Heute saß ich auf einem geflügelten Löwen. Er hat laut gebrüllt und ist dann mit einem gewaltigen Sprung abgehoben und mit mir über Venedig geflogen… Jedenfalls in meinen Gedanken. Der Löwe mit den Flügeln ist aus Stein und kann nicht wirklich wegfliegen. Aber mit ein bisschen Fantasie kann er es eben doch. Die große Raubkatze mit den gewaltigen Flügeln ist das Wahrzeichen Venedigs und sehr beeindruckend. Bei all dem Wasser in Venedig kann der Löwe die Flügel auch gut gebrauchen – oder er muss ein Boot nehmen, wie wir es auch gemacht haben.

HL_0151A
Samstag, 23. Mai 2015

Barcelona

Als Seebär kann ich mich ja schon sehr groß machen, aber heute war ich größer als alle anderen!

Wir hatten einen Landgang in Barcelona und die Möwe Josefine wollte sich die spanische Küstenstadt auch nicht entgehen lassen.

Sie hat mir die ganze Zeit vorgeschnattert, was sie nicht alles Tolles von da oben sieht: Einen riesigen Springbrunnen, ein ganz großes Sportstadion, tolle Strände, einen Abenteuerspielplatz mit Kletterpark mitten in der Stadt… Ich hätte mir am liebsten meine Bärentatzen in die Ohren gesteckt, denn ein bisschen neidisch war ich ja schon. Aber dann sind wir auf den Turm einer riesig hohen Kirche gestiegen, die Sagrada Familia heißt. Von da aus konnte ich mindestens so gut gucken wie Josefine.

3_Restaurants
Mittwoch, 10. Juni 2015

Auf See (Restaurants)

Habt ihr schon mal einen ganzen Tag am Meer verbracht und euch gewundert, warum ihr so einen Hunger habt? Das macht die salzige Seeluft! Dadurch hatte ich heute einen wahren Bärenhunger. Deshalb habe ich mir eine leckere Waffel gegönnt – oder zumindest wollte ich das! Ich hatte mich nur einen Moment umgedreht und zack – war meine Waffel auf und davon. Natürlich war das mal wieder die Möwe Josefine. Ständig muss sie mir mein Essen wegschnappen. Aber hier auf dem Schiff ist das kein Problem – ich bin einfach in eines der acht bärenleckeren Restaurants an Bord gegangen – und habe mir eine supergute Pizza genehmigt.

4_Trollfjord
Mittwoch, 24. Juni 2015

Kreuzen im Trollfjord

„Troll in Sicht!“ hat Molly heute Mittag plötzlich gerufen und Finn hat sofort mit eingestimmt. Wir befanden uns gerade mit der MS Europa im Trollfjord, wo das Wasser ganz tief ist und wo an beiden Seiten riesige Felswände steil ins Wasser abfallen. Was für ein aufregender Ort! Leider konnte ich nicht gucken, weil Molly mich auf den Boden gesetzt hatte. Kurzerhand habe ich mich einfach groß gemacht. Zum Glück haben auch die anderen Passagiere gerade nur auf die tollen Felsen geschaut. Nur einer hat gefragt: „Wo ist denn das Käpt’n Knopf Maskottchen auf einmal  hergekommen?“ Maskottchen, das ich nicht brumme – äh, lache! Als ich jedenfalls endlich über die Reling gucken konnte, habe ich nur noch aus dem Augenwinkel eine Bewegung an den steilen Felsen wahrgenommen, dann war das Wesen auch schon weg. Aber es ist bestimmt ein Troll gewesen! Vielleicht läuft er auf der nächsten Fahrt ja nicht gleich weg.

HLK-Bild auf BREMEN-HP 2007, S. 14/15, Bug d. BRE im Packeis, Spitzbergen, Arktis, auch BRE-TOP-Bild 2007
Donnerstag, 25. Juni 2015

Passage Nordkap

Während unserer gesamten Tour durch Norwegen konnte ich es kaum erwarten: Endlich mal das Nordkap und das Eismeer zu sehen. Heute war es dann endlich soweit. Molly, Finn und ich standen an der Reling und konnten die Eisberge bewundern. Sie haben richtig im Sonnenlicht geglitzert.

Eigentlich haben wir natürlich auch nach Walen Ausschau gehalten. Die haben sich aber leider nicht blicken lassen. Vielleicht tun sie das ja bei unserer nächsten Tour!

6_Stockholm
Dienstag, 7. Juli 2015

Stockholm

Vielleicht werde ich meine Bärentatze nie mehr waschen. Heute habe ich nämlich tatsächlich Pippi Langstrumpf kennen gelernt und dem stärksten Mädchen der Welt die Hand geschüttelt. Ihr kennt doch bestimmt die Geschichten von Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach oder Pettersson und Findus? Heute haben wir sie tatsächlich alle getroffen! Wir liegen gerade vor Stockholm, in Schweden und dort gibt es das Junibacken, einen Ort wo ihr ganz viele Bücherhelden treffen könnt. Wir sind mit dem Märchenzug Sagotåget an dem Hof von Michel aus Lönneberga vorbei gefahren und mit Ronja Räubertochter durch den Mattiswald gestreift. Und zum Schluss konnten wir die Villa Kunterbunt von Pippi erkunden – war das ein Bärenspaß!

7_Bergen
Sonntag, 26. Juli 2015

Bergen

Ob ihr es glaubt oder nicht – ich habe heute ein Seeungeheuer gesehen. Aber ich war nicht etwa tauchen, sondern stand warm und trocken auf einem Marktplatz in Bergen (das ist in Norwegen).

Wir waren auf Entdeckungstour in der kleinen Stadt und sind am Fischmarkt vorbeigekommen. Und da saß sie, in einem für ihre Größe viel zu kleinem Aquarium: Die monströseste Krabbe, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe – und in meinem langen Leben als Seebär habe ich bekanntlich schon viel gesehen. Das Untier ist eine Königskrabbe und soll angeblich sehr gut schmecken – wir haben sie ja nicht ohne Grund auf dem Fischmarkt gesehen.

8_Groenland
Montag, 3. August 2015

Grönland

Heute habe ich ganz viele, neue, pelzige Freunde kennen gelernt. Nanuk und Siri und die anderen sind Huskys – für viele sind sie auch als Schlittenhunde bekannt. Sie leben auf Grönland, der größten Insel der Erde, auf der es ganz viel Schnee gibt. Dort haben wir heute mit der MS Europa gehalten. Nanuk und Siri lieben es so schnell sie können durch den Schnee zu laufen und dabei einen Schlitten hinter sich herzuziehen. Obwohl sie Hunde sind, sind sie bärenstark. Und die kleinen Hundekinder sind wirklich zum Brummen niedlich! Ich war ein bisschen bärleidigt, dass Molly am liebsten einen der kleinen Hunde mitgenommen hätte. Sie hat doch schließlich mich!

9_Dublin
Montag, 24. August 2015

Dublin

„Uaahhh!“ haben wir alle ganz laut geschrien, als wir auf der Tour durch Dublin mit unserem gelben Fahrzeug plötzlich ins Wasser gefahren sind. Aber keine Angst, wir waren nicht mit dem Auto unterwegs. Unser Gefährt war ein sogenanntes Amphibienfahrzeug. Das ist ganz bärtastisch, weil es nämlich auf der Straße und auf dem Wasser fahren kann. Molly und Finn haben dazu noch einen Wikinger-Helm aufbekommen und mit dem Fahrer einen echten Wikinger-Schrei geübt. So war die Besichtigung Dublins ein richtiges Abenteuer. Und nächstes Mal besuchen wir vielleicht die Kobolde im National Leprechaun Museum.

10_Auf_See
Mittwoch, 2. September 2015

Auf See (beim Kapitän)

Am heutigen Tag stand mal kein Landgang an, sondern wir befanden uns die ganze Zeit mitten auf dem Meer. Mir fiel auf, dass ich dem menschlichen Kapitän schon lange keinen Besuch mehr abgestattet habe und hab mich auf den Weg zur Brücke gemacht – so heißt der Arbeitsplatz des Kapitäns und des Steuermanns. Dort war es wieder einmal sehr spannend: Jede Menge  technische Geräte werden gebraucht, um das große Schiff zu steuern. Der Kompass zeigt an, in welche Richtung das Schiff fahren muss – denn manchmal sieht man um sich herum nur Wasser und hat keinen Punkt an Land, auf den man einfach zufahren kann.

Und auf dem Radar sieht man, wo andere Schiffe sind – damit man auch nicht zusammenstößt. Wenn ihr auf dem Schiff seid, müssen wir unbedingt mal zusammen dorthin gehen!

12_Amsterdam
Dienstag, 29. September 2015

Amsterdam

„Plopp“ hat es gemacht und ich war über und über mit Seifenwasser bedeckt. Normalerweise wäre ich wohl etwas brummig geworden, aber diesmal war es das eindeutig wert. Ich habe nämlich die größte Seifenblase gemacht, die ich jemals gesehen habe. Ich habe gepustet und gepustet und irgendwann ist die Blase dann zerplatzt. Die MS Europa liegt gerade vor Amsterdam und wir waren im Nemo, einem Ort, an dem man ganz viele tolle Experimente machen kann und dabei so spannende Sachen lernen kann, wie man – wie ein Biber – einen Damm baut. Da gibt es so viel zu entdecken, dass wir bestimmt auch nochmal hinfahren können!

12_Werft
Freitag, 2. Oktober 2015

Werft

Als mir Kapitän Bendixen vor einiger Zeit gesagt hat, dass die MS Europa, ab heute für dreizehn Tage nicht im Wasser ist und ob ich als Seebär damit ein Problem hätte, hab ich erstmal nicht schlecht geguckt. Warum sollte das Kreuzfahrtschiff denn nicht im Wasser liegen? Schiffe fahren doch auf dem Wasser!

Mollys Vater hat mir dann erklärt, dass Schiffe auch mal eine Pause brauchen und gepflegt werden müssen. Dazu müssen sie aus dem Wasser und kommen in die Werft. Da werden sie dann auch von unten sauber gemacht und wieder fit für weitere abenteuerliche Reisen gemacht. Ich mache es mir in der Zeit einfach in der Nähe des Wassers gemütlich – und wenn das nur Mollys Badewanne ist!

Maskat
Dienstag, 1. Dezember 2015

Maskat

Molly ist heute mit mir durch Maskat, eine große Stadt auf der arabischen Halbinsel, geschlendert und dort haben wir zwei einheimische Jungen kennen gelernt. Wir sprechen zwar kein arabisch – die Sprache spricht man dort nämlich – aber wir konnten uns trotzdem gut verständigen. Sie haben auf sich gezeigt und „Arjaan“ und „Riad“ gesagt. Molly hat ihnen dann auf die gleiche Weise gesagt, wie wir heißen. Zu meinem Schrecken haben sie entdeckt, dass ich gar kein Teddy bin aber sie haben die Finger auf die Lippen gelegt und uns so gezeigt, dass sie es nicht weitersagen. Molly hat sich gewundert, warum die zwei so weiße „Kleider“ an hatten aber ich als alter Seebär weiß natürlich, dass das kein Kleid ist, sondern eine „Dischdascha“ – so lustig heißt das traditionelle Gewand der Omanis – so wiederum werden die Bewohner des Staates Oman genannt.

Weihnachten_15
Donnerstag, 24. Dezember 2015

Kota Kinabalu

Frohe Weihnachten an euch alle! Bei euch ist es jetzt sicher kalt und ihr werdet es euch mit eurer Familie drinnen im Warmen um den Tannenbaum  gemütlich machen oder noch dick eingemummelt einen Winterspaziergang machen. Ich bin heute mit Kapitän Bendixen in Kota Kinabalu, das ist in Malaysia. Hier fühlt sich Weihnachten ganz anders an, weil es so warm ist wie in Deutschland im Sommer. Zwar gibt es auch dekorierte Weihnachtsbäume, aber die sind noch sehr viel bunter und sie stehen zum Teil neben Palmen. Heute Morgen, am Strand, habe ich meinen eigenen Augen kaum getraut: Da lief doch tatsächlich der Weihnachtsmann in Badehose über den Strand und dann platschend ins Wasser. Ich habe ihm noch zugerufen: „Nicht zu lange baden, sonst kannst du die Geschenke gar nicht zu den Kindern bringen!“ Er hat gelacht und gesagt: „Das schaff ich mit links!“ Habt ein seebärenstarkes Weihnachtsfest und feiert Silvester gut ins Jahr 2016!

Hongkong
Montag, 4. Januar 2016

Hong-Kong

Molly und ich haben in den Straßen von Hong-Kong – einer riesigen Stadt in China – gerade sehr genüsslich eine leckere Teigtasche gegessen, als laut kreischend die Möwe Josefine angeflogen kam: „Zu Hilfe, zu Hilfe, dort hinten ist ein Drache!“ Molly blickte mich erschrocken an und ich erinnerte mich wieder, das Molly ja kein möwisch spricht. Während Josefine schreiend noch eine Runde über unseren Köpfen drehte und dann wieder in die Richtung flog, aus der sie gekommen war, übersetzte ich für Molly und wir stürzten Josefine hinterher. Je näher wir kamen, desto mehr Menschen standen auch auf der Straße. Sie lachten und tanzten und waren gar nicht ängstlich. Und dann sahen wir ihn! Der Drache war riesig und bunt und so lang wie eine Schlange. Und bei genauem Hinsehen stellten wir fest, dass es ein Kostüm war, in dem ganz viele Leute steckten. In China sind Drachen sehr beliebt. Da hat Josefine uns einfach an der Nase herumgeführt.

 

 

 

 

Känguru1 - bärenbraun
Montag, 15. Februar 2016

Sydney

Heute Morgen sind wir in aller Frühe in Sydney, in Australien, angekommen. Ich konnte es kaum erwarten Chloe wiederzusehen! Ich beschreibe sie euch mal: Sie ist pelzig, braun, ziemlich groß, hat einen Beutel am Bauch und kann ganz weit springen. Richtig geraten, Chloe ist ein Känguru! Wir haben uns auf meiner letzten Reise nach Australien kennen gelernt, als ich ihr dabei geholfen habe ein paar besonders aufdringliche Touristen zu erschrecken. Sie hat mir heimlich dabei geholfen in ihren Beutel zu krabbeln. Beim Leichtmatrosen, war das gemütlich: Kuschelig und warm und dunkel. So gemütlich, dass ich immer müder wurde. Als die Touristen wieder kamen, haben sie sich über mein lautes Schnarchen gewundert. Chloe hat mich angestupst und ich sprang aus ihrem Beutel, mit einer seebärigen Grimasse. Sind die gelaufen! Und heute hatte Chloe eine ganz besondere Überraschung für mich: In ihrem Beutel schläft nun ihre Tochter Allie – känguru-niedlich!

Cartagena
Mittwoch, 30. März 2016

Cartagena

War das lustig heute! Ich hatte mich in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena auf eine Mauer gesetzt, von der man eine tolle Aussicht hatte und da lief doch tatsächlich eine Obstschale an mir vorbei und blieb dann stehen. Als ich runterblickte sah ich, dass die Obstschale auf dem Kopf einer Frau stand. Molly bewunderte ihr buntes Kleid, aber mir lief das Wasser in meinem Seebären-Magen zusammen: So leckere Früchte! Vom gegenüberliegenden Haus blickte auch Josefine gierig das Obst an und startete eine Attacke. Im Sturzflug hielt sie auf die Frau zu, aber diese lachte nur und trat einen Schritt zur Seite. Um ein Haar wäre Josefine gegen die Mauer geklatscht. Glücklicherweise hatten Molly und ich noch geplant angeln zu gehen. Und so konnte ich seelenruhig die Angel auswerfen und mir ein schönes Stück Melone schnappen. Molly fand das sehr unhöflich, aber Josefines ungläubige Blicke waren es wert! Der Dame haben wir das Stück Melone dann natürlich bezahlt – denn sonst wäre es ja gestohlen gewesen.

Australien; Australia; Western Australia; West-Australien; Westaustralien; Outback; Shark Peninsula; Shark-Halbinsel; Monkey Mia; Delphine; dolphins; Delphin; dolphin; Gro§er TŸmmler; Bottlenose Dolphin; Tursiops truncatusHLK, ex Bittmann, AUS_WAMonkeyMia, Delphine in Monkey Mia, West-Australien / Dolphins at Monkey Mia, Western Australia. Wolfgang Bittmann
Freitag, 8. April 2016

Key West

„Attacke!“ Mit einem großen Satz sprang Molly von unserem Zodiac – das ist ein superschnelles Schlauchboot – ins türkisblaue Wasser. Wir lagen vor Key West in Florida. Molly und viele andere Kreuzfahrtgäste waren zum Schnorcheln hier. Sie wollten die bunten Fische und das kristallklare Wasser bewundern. Ich hatte heute keine Lust mir mein Seebärenfell nass zu machen. So träumte ich vor mich hin und genoss die Sonne. Aber auf einmal sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung, die nicht menschlich war. Eine dreieckige, graue Rückenflosse durchschnitt die Wasseroberfläche. Plötzlich schlug mein Bärenherz ganz schnell. War das ein Hai? Ich versuchte Molly etwas zuzurufen, aber sie und die anderen Schnorchelnden hatten die Köpfe unter Wasser und konnten mich nicht hören. Ich hielt mir die Bärentatzen vors Gesicht. Nach kurzer Zeit hörte ich Rufe und… Lachen. Ich öffnete die Augen. Und da schwamm fröhlich ein Delfin um die Schwimmenden herum. Was für ein schöner Besuch!

1_Odessa
Donnerstag, 12. Mai 2016

Odessa (Ukraine)

Molly und ich hetzten um eine Häuserecke in der Küstenstadt Odessa, in der Ukraine. „Lauf schneller! Sie dürfen uns nicht kriegen!“ Ich kann nie verstehen, warum Menschen so langsam sind, im Vergleich zu uns Seebären. Molly und ich mussten uns vor Finn und der Möwe Josephine verstecken. Wir spielten nämlich ein extrem spannendes Spiel. Und darauf hatte uns die Statue der Fischersfrau Sonia gebracht, die in Odessa steht. Sie und der kleine Junge sehen so echt aus, dass sie tatsächlich versteinerte Menschen sein könnten. Und so spielten wir nun, dass wir uns gegenseitig versteinern würden, wenn die eine Mannschaft die andere tickt. Wir bogen in eine enge Gasse und liefen so schnell wir konnten – aber nicht schnell genug. Plötzlich hörte man Möwengeschrei über uns und wie aus dem Nichts tauchte Finn neben Molly und mir auf und „versteinerte“ uns. Da hatten Finn und Josephine einen ordentlichen Vorteil, weil Josephine fliegen kann.

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Donnerstag, 2. Juni 2016

Bonifacio

Mannomann, manchmal merkt man erst, dass jemand einem ganz schön fehlen würde, wenn er nicht mehr da ist. Heute waren wir in Bonifacio auf Korsika.  Der Möwe Josefine gefiel es so gut, dass sie begeistert rief: „Ich bleibe hier!“ Molly und ich lachten und glaubten ihr nicht. Als wir uns abends auf den Rückweg zur EUROPA 2 machen wollten, krächzte Josefine: „Tschüß, war hin und wieder auch nett mit euch.“, und flog davon. Molly und ich guckten uns entgeistert an. Zuerst war es mir egal. Josefine  und ich streiten ja doch immer nur. Aber auf dem Schiff kam es mir plötzlich viel zu ruhig vor, ohne das Plappermaul. Ich kletterte in das  Rettungsboot, in das Josefine ihr Nest gebaut hatte und dachte traurig daran, wie ich sie hier kennen gelernt hatte. „War ja klar, dass du dir gleich mein zu Hause schnappst!“, zeterte plötzlich eine Möwenstimme direkt neben mir. Ich musste wohl eingeschlafen sein. Als Josefine das Schiff vorbeifahren gesehen hatte, hatte sie doch Heimweh bekommen und war nach Hause gekommen.

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Samstag, 30. Juli 2016

Douglas

„Josefine, Achtung, nicht in den Rauch fliegen!“ Aber es war schon zu spät. Molly, Finn und ich erlebten gerade ein großes Abenteuer. Wir fuhren in einer alten Dampflock, die in Douglas, auf der Isle of Man, immer noch genutzt wird. Es war wie eine Reise in eine andere Zeit. Der Zug ratterte und zischte – einfach toll! Josefine hatte erst nicht mitkommen wollen, aber nun flog sie doch hinterher. Sie probierte neben der Eisenbahn herzufliegen, kam aber leicht vom Kurs ab und geriet so mitten in den Qualm der alten Dampflock. Davon bekam sie einen Hustenanfall. Beinahe wäre sie abgestürzt, schaffte es gerade sich zu fangen. „Macht doch was, sie muss notlanden!“, rief Molly. Sie öffnete das Fenster um Josefine hereinzulassen, aber die Möwe schaffte es nicht hineinzufliegen. Kurzerhand machte ich mich groß, sodass Josefine auf meiner Bären-Tatze landen konnte. So konnte sie dann doch noch mit der alten Eisennbahn mitfahren.

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Freitag, 5. August 2016

Edinburgh

Heute haben Molly und ich eine gute Tat vollbracht. Wir waren in Edinburgh, das ist in Schottland, und machten einen Spaziergang, vorbei an schönen grünen Wiesen. Nach kurzer Zeit hörte ich aus einiger Entfernung eine dunkle Stimme, die ärgerlich vor sich hin murmelte: „So was doofes. Ich muss mich irgendwie befreien…“ Molly wunderte sich über das laute Muhen einer Kuh. Als wir um eine Ecke kamen, sahen wir woher die Stimme kam. Das war gar keine Kuh, sondern ein zotteliges braunes Hochlandrind. Er hatte sich mit seinen Hörnern am Weidezaun verfangen und steckte nun fest. Einige andere Kreuzfahrtgäste versuchten schon zu helfen, trauten sich aber nicht, weil das Rind mit dem Kopf hin- und herzuckte.  Schnell  liefen Molly und ich zu dem großen Tier. Ich  flüsterte dem Rind, dessen Name Zack war, zu, dass es den Kopf stillhalten sollte und Molly wickelte den Zaun-Draht von seinen Hörnern. Er war sehr dankbar und die anderen Kreuzfahrt-Gäste feierten Molly für ihren Mut.

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Freitag, 2. September 2016

Reykjavik (Island)

Kapitän Bendixen hatte heute eine äußerst lustige Reitstunde. Wir waren in Reykjavik und haben dort einen Ausritt auf Islandponys mitgemacht. Der Kapitän sah ohnehin schon sehr lustig aus, weil er viel zu groß für das Pony war und seine Beine beim Reiten beinahe auf dem Boden hingen. Und dann benahm sich sein Pony auch noch mehr wie ein Esel und blieb ständig stehen, wenn es eigentlich laufen sollte und lief wenn es stehen sollte. Molly und ich haben uns ganz kringelig gelacht. Denn wir wussten warum das Pony sich so verhielt. Molly war ein wenig sauer auf ihren Vater, da er nicht erlaubt hatte, dass sie ihre Zeit auf dem Kreuzfahrtschiff verlängerte, weil sie zur Schule musste. Und deshalb hatte sie mich gebeten dem Pony zu sagen, dass es besonders störrisch sein sollte. Das Pony Riko hatte der Idee sofort zugestimmt, sodass Kapitän Bendixen irgendwann mit hochrotem Kopf abstieg und sagte: „Ich gehöre auf das Meer und nicht auf ein Pony!“

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Donnerstag, 6. Oktober 2016

Miami

Arrrgh, gleich schnapp ich euch!“ Der riesige Alligator kreiste um unser Boot, öffnete sein Maul und zeigte eine Reihe riesiger scharfer Zähne. MS EUROPA lag heute vor Miami, in Florida und wir machten eine Tour durch die Everglades mit. Das ist das größte tropische Sumpfgebiet der Welt und es ist berühmt für die vielen Alligatoren und Krokodile. Vor etwa einer Stunde waren wir losgefahren und wir kamen zwar an vielen Alligatoren vorbei, aber sie schwammen alle wie leblose Baumstämme neben uns im Wasser, sodass nur die Augen rausguckten. Finn meinte: „Ich würde zu gerne mal den ganzen Körper von einem Alligator sehen.“ Ich zwinkerte Molly zu. Das ließ sich machen. „Hey, ihr Alligatoren, Finn möchte euch gerne mal in voller Größe sehen. Und erschreckt ihn ruhig ein wenig.“ Die Alligatoren lachten blubbernd und der eine sprang direkt neben Finn aus dem Wasser. Finn zuckte zurück. Der nächste umkreiste bedrohlich das Boot und kicherte dabei. Und einer hievte seinen Körper an Land, sodass man ihn gut sehen konnte. Finn war bärgeistert.

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Donnerstag, 3. November 2016

Cienfuegos (Kuba)

Heute lag die EUROPA 2 vor Kuba und wir hatten einen ganz besonderen Ausflug geplant, mit einem alten kubanischen Auto. Wir saßen gerade im Auto, als Kapitän Bendixen einen Anruf erhielt und schnell zurück zum Schiff musste. „Tut mir Leid, Kinder, wir müssen die Autofahrt verschieben.“ Molly und Finn sahen sich traurig an. „Zu schade, dass wir zu jung sind zum Auto fahren.“ Da bekam Molly leuchtende Augen: „Wir sind zu jung, aber Käpt’n Knopf nicht!“ Ich verschluckte mich fast an meiner Seebären-Spucke. „Ich? Ich kann gar kein Auto fahren!“ Molly schob mich auf den Fahrersitz: „So schwer kann das ja nicht sein. Mach dich erstmal groß!“ Das tat ich. So kam ich mit der Tatze auch an das Pedal zum Gas geben heran. Vorsichtig drehte ich den Zündschlüssel. Der Motor stotterte und der Wagen ratterte. War ich aufgeregt! Dann machte der Wagen einen Satz nach vorne und der Motor ging aus. Das ging noch einige Male so und so fiel die Fahrt doch aus. Später erfuhr Molly, dass ich die Kupplung hätte treten müssen.

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Samstag, 3. Dezember 2016

Moorea

Schnief, schnief, schluchz. Molly und ich spielten am Strand von Polynesien, als ich plötzlich jemanden weinen hörte. Molly wunderte sich: „Wer krächzt hier denn so komisch?“ Wer konnte wohl an so einem traumhaften Strand weinen? Das Wasser glitzerte türkis-blau in der Sonne und der Sand war herrlich schneeweiß.  In der Nähe entdeckten wir einen seltsamen schwarzen Vogel, der weinend im Sand saß. Molly blickte mich fragend an. Immer muss ich reden, weil Molly ja keine Tier-Sprache kann… Na gut. „Hallo du, Vogel, warum weinst du?“ Der Vogel blickte sich irritiert um, er kannte noch keinen Seebären. „Die…schluchz… die anderen lachen mich aus, weil ich so ungeschickt laufe.“ „Ach was, die anderen übertreiben bestimmt.“ Und da rannte der Vogel los. Wir mussten uns das Lachen verkneifen, weil er tatsächlich sehr ungeschickt lief. „Seht ihr, deshalb werde ich auch Tölpel genannt – aber ihr könnt mich Toto nennen.“ „Sei nicht traurig, du kannst doch sicher etwas anderes gut?!“ „Ja, ich kann ganz toll fliegen und im Sturzflug die Fische fangen!“ Das musste Toto natürlich vorführen und war schon bald gar nicht mehr traurig.

W-001[1]
Samstag, 24. Dezember 2016

Auf See (zwischen Neuseeland und Australien)

Heute waren Molly und ich schon ganz früh wach, denn heute ist ja Weihnachten! Und wir hatten eine Mission! Seit Tagen erzählte die Crew uns, dass der Weihnachtsmann kommen würde. Und wir wollten unbedingt sehen, mit welchem Fahrzeug er ankam. Die EUROPA 2 fährt nämlich gerade zwischen Neuseeland und Australien herum, deshalb ist es den Rentieren bestimmt zu warm und er muss ja irgendwie über das Wasser kommen. Vielleicht mit einem Jet-Ski? Oder als Wasserski-Läufer hinter einem Boot? Molly stellte gerade ihr Fernrohr scharf und blickte aufs glitzernde Wasser hinaus. Da hörten wir plötzlich ein tiefes „Ho-ho-ho“ hinter uns. Als wir uns umdrehten stand uns niemand geringerer als der Weihnachtsmann gegenüber. Da haben wir uns natürlich etwas geärgert, dass er es unbemerkt an Bord geschafft hat. Aber der Ärger war schnell vergessen. Und nächstes Mal finden wir bestimmt heraus, wie er auf das Schiff kommt!

1_Venedig
Sonntag, 10. Mai 2015

Venedig

Heute saß ich auf einem geflügelten Löwen. Er hat laut gebrüllt und ist dann mit einem gewaltigen Sprung abgehoben und mit mir über Venedig geflogen… Jedenfalls in meinen Gedanken. Der Löwe mit den Flügeln ist aus Stein und kann nicht wirklich wegfliegen. Aber mit ein bisschen Fantasie kann er es eben doch. Die große Raubkatze mit den gewaltigen Flügeln ist das Wahrzeichen Venedigs und sehr beeindruckend. Bei all dem Wasser in Venedig kann der Löwe die Flügel auch gut gebrauchen – oder er muss ein Boot nehmen, wie wir es auch gemacht haben.

HL_0151A
Samstag, 23. Mai 2015

Barcelona

Als Seebär kann ich mich ja schon sehr groß machen, aber heute war ich größer als alle anderen!

Wir hatten einen Landgang in Barcelona und die Möwe Josefine wollte sich die spanische Küstenstadt auch nicht entgehen lassen.

Sie hat mir die ganze Zeit vorgeschnattert, was sie nicht alles Tolles von da oben sieht: Einen riesigen Springbrunnen, ein ganz großes Sportstadion, tolle Strände, einen Abenteuerspielplatz mit Kletterpark mitten in der Stadt… Ich hätte mir am liebsten meine Bärentatzen in die Ohren gesteckt, denn ein bisschen neidisch war ich ja schon. Aber dann sind wir auf den Turm einer riesig hohen Kirche gestiegen, die Sagrada Familia heißt. Von da aus konnte ich mindestens so gut gucken wie Josefine.

3_Restaurants
Mittwoch, 10. Juni 2015

Auf See (Restaurants)

Habt ihr schon mal einen ganzen Tag am Meer verbracht und euch gewundert, warum ihr so einen Hunger habt? Das macht die salzige Seeluft! Dadurch hatte ich heute einen wahren Bärenhunger. Deshalb habe ich mir eine leckere Waffel gegönnt – oder zumindest wollte ich das! Ich hatte mich nur einen Moment umgedreht und zack – war meine Waffel auf und davon. Natürlich war das mal wieder die Möwe Josefine. Ständig muss sie mir mein Essen wegschnappen. Aber hier auf dem Schiff ist das kein Problem – ich bin einfach in eines der acht bärenleckeren Restaurants an Bord gegangen – und habe mir eine supergute Pizza genehmigt.

4_Trollfjord
Mittwoch, 24. Juni 2015

Kreuzen im Trollfjord

„Troll in Sicht!“ hat Molly heute Mittag plötzlich gerufen und Finn hat sofort mit eingestimmt. Wir befanden uns gerade mit der MS Europa im Trollfjord, wo das Wasser ganz tief ist und wo an beiden Seiten riesige Felswände steil ins Wasser abfallen. Was für ein aufregender Ort! Leider konnte ich nicht gucken, weil Molly mich auf den Boden gesetzt hatte. Kurzerhand habe ich mich einfach groß gemacht. Zum Glück haben auch die anderen Passagiere gerade nur auf die tollen Felsen geschaut. Nur einer hat gefragt: „Wo ist denn das Käpt’n Knopf Maskottchen auf einmal  hergekommen?“ Maskottchen, das ich nicht brumme – äh, lache! Als ich jedenfalls endlich über die Reling gucken konnte, habe ich nur noch aus dem Augenwinkel eine Bewegung an den steilen Felsen wahrgenommen, dann war das Wesen auch schon weg. Aber es ist bestimmt ein Troll gewesen! Vielleicht läuft er auf der nächsten Fahrt ja nicht gleich weg.

HLK-Bild auf BREMEN-HP 2007, S. 14/15, Bug d. BRE im Packeis, Spitzbergen, Arktis, auch BRE-TOP-Bild 2007
Donnerstag, 25. Juni 2015

Passage Nordkap

Während unserer gesamten Tour durch Norwegen konnte ich es kaum erwarten: Endlich mal das Nordkap und das Eismeer zu sehen. Heute war es dann endlich soweit. Molly, Finn und ich standen an der Reling und konnten die Eisberge bewundern. Sie haben richtig im Sonnenlicht geglitzert.

Eigentlich haben wir natürlich auch nach Walen Ausschau gehalten. Die haben sich aber leider nicht blicken lassen. Vielleicht tun sie das ja bei unserer nächsten Tour!

6_Stockholm
Dienstag, 7. Juli 2015

Stockholm

Vielleicht werde ich meine Bärentatze nie mehr waschen. Heute habe ich nämlich tatsächlich Pippi Langstrumpf kennen gelernt und dem stärksten Mädchen der Welt die Hand geschüttelt. Ihr kennt doch bestimmt die Geschichten von Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach oder Pettersson und Findus? Heute haben wir sie tatsächlich alle getroffen! Wir liegen gerade vor Stockholm, in Schweden und dort gibt es das Junibacken, einen Ort wo ihr ganz viele Bücherhelden treffen könnt. Wir sind mit dem Märchenzug Sagotåget an dem Hof von Michel aus Lönneberga vorbei gefahren und mit Ronja Räubertochter durch den Mattiswald gestreift. Und zum Schluss konnten wir die Villa Kunterbunt von Pippi erkunden – war das ein Bärenspaß!

7_Bergen
Sonntag, 26. Juli 2015

Bergen

Ob ihr es glaubt oder nicht – ich habe heute ein Seeungeheuer gesehen. Aber ich war nicht etwa tauchen, sondern stand warm und trocken auf einem Marktplatz in Bergen (das ist in Norwegen).

Wir waren auf Entdeckungstour in der kleinen Stadt und sind am Fischmarkt vorbeigekommen. Und da saß sie, in einem für ihre Größe viel zu kleinem Aquarium: Die monströseste Krabbe, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe – und in meinem langen Leben als Seebär habe ich bekanntlich schon viel gesehen. Das Untier ist eine Königskrabbe und soll angeblich sehr gut schmecken – wir haben sie ja nicht ohne Grund auf dem Fischmarkt gesehen.

8_Groenland
Montag, 3. August 2015

Grönland

Heute habe ich ganz viele, neue, pelzige Freunde kennen gelernt. Nanuk und Siri und die anderen sind Huskys – für viele sind sie auch als Schlittenhunde bekannt. Sie leben auf Grönland, der größten Insel der Erde, auf der es ganz viel Schnee gibt. Dort haben wir heute mit der MS Europa gehalten. Nanuk und Siri lieben es so schnell sie können durch den Schnee zu laufen und dabei einen Schlitten hinter sich herzuziehen. Obwohl sie Hunde sind, sind sie bärenstark. Und die kleinen Hundekinder sind wirklich zum Brummen niedlich! Ich war ein bisschen bärleidigt, dass Molly am liebsten einen der kleinen Hunde mitgenommen hätte. Sie hat doch schließlich mich!

9_Dublin
Montag, 24. August 2015

Dublin

„Uaahhh!“ haben wir alle ganz laut geschrien, als wir auf der Tour durch Dublin mit unserem gelben Fahrzeug plötzlich ins Wasser gefahren sind. Aber keine Angst, wir waren nicht mit dem Auto unterwegs. Unser Gefährt war ein sogenanntes Amphibienfahrzeug. Das ist ganz bärtastisch, weil es nämlich auf der Straße und auf dem Wasser fahren kann. Molly und Finn haben dazu noch einen Wikinger-Helm aufbekommen und mit dem Fahrer einen echten Wikinger-Schrei geübt. So war die Besichtigung Dublins ein richtiges Abenteuer. Und nächstes Mal besuchen wir vielleicht die Kobolde im National Leprechaun Museum.

10_Auf_See
Mittwoch, 2. September 2015

Auf See (beim Kapitän)

Am heutigen Tag stand mal kein Landgang an, sondern wir befanden uns die ganze Zeit mitten auf dem Meer. Mir fiel auf, dass ich dem menschlichen Kapitän schon lange keinen Besuch mehr abgestattet habe und hab mich auf den Weg zur Brücke gemacht – so heißt der Arbeitsplatz des Kapitäns und des Steuermanns. Dort war es wieder einmal sehr spannend: Jede Menge  technische Geräte werden gebraucht, um das große Schiff zu steuern. Der Kompass zeigt an, in welche Richtung das Schiff fahren muss – denn manchmal sieht man um sich herum nur Wasser und hat keinen Punkt an Land, auf den man einfach zufahren kann.

Und auf dem Radar sieht man, wo andere Schiffe sind – damit man auch nicht zusammenstößt. Wenn ihr auf dem Schiff seid, müssen wir unbedingt mal zusammen dorthin gehen!

12_Amsterdam
Dienstag, 29. September 2015

Amsterdam

„Plopp“ hat es gemacht und ich war über und über mit Seifenwasser bedeckt. Normalerweise wäre ich wohl etwas brummig geworden, aber diesmal war es das eindeutig wert. Ich habe nämlich die größte Seifenblase gemacht, die ich jemals gesehen habe. Ich habe gepustet und gepustet und irgendwann ist die Blase dann zerplatzt. Die MS Europa liegt gerade vor Amsterdam und wir waren im Nemo, einem Ort, an dem man ganz viele tolle Experimente machen kann und dabei so spannende Sachen lernen kann, wie man – wie ein Biber – einen Damm baut. Da gibt es so viel zu entdecken, dass wir bestimmt auch nochmal hinfahren können!

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Freitag, 2. Oktober 2015

Werft

Als mir Kapitän Bendixen vor einiger Zeit gesagt hat, dass die MS Europa, ab heute für dreizehn Tage nicht im Wasser ist und ob ich als Seebär damit ein Problem hätte, hab ich erstmal nicht schlecht geguckt. Warum sollte das Kreuzfahrtschiff denn nicht im Wasser liegen? Schiffe fahren doch auf dem Wasser!

Mollys Vater hat mir dann erklärt, dass Schiffe auch mal eine Pause brauchen und gepflegt werden müssen. Dazu müssen sie aus dem Wasser und kommen in die Werft. Da werden sie dann auch von unten sauber gemacht und wieder fit für weitere abenteuerliche Reisen gemacht. Ich mache es mir in der Zeit einfach in der Nähe des Wassers gemütlich – und wenn das nur Mollys Badewanne ist!

Maskat
Dienstag, 1. Dezember 2015

Maskat

Molly ist heute mit mir durch Maskat, eine große Stadt auf der arabischen Halbinsel, geschlendert und dort haben wir zwei einheimische Jungen kennen gelernt. Wir sprechen zwar kein arabisch – die Sprache spricht man dort nämlich – aber wir konnten uns trotzdem gut verständigen. Sie haben auf sich gezeigt und „Arjaan“ und „Riad“ gesagt. Molly hat ihnen dann auf die gleiche Weise gesagt, wie wir heißen. Zu meinem Schrecken haben sie entdeckt, dass ich gar kein Teddy bin aber sie haben die Finger auf die Lippen gelegt und uns so gezeigt, dass sie es nicht weitersagen. Molly hat sich gewundert, warum die zwei so weiße „Kleider“ an hatten aber ich als alter Seebär weiß natürlich, dass das kein Kleid ist, sondern eine „Dischdascha“ – so lustig heißt das traditionelle Gewand der Omanis – so wiederum werden die Bewohner des Staates Oman genannt.

Weihnachten_15
Donnerstag, 24. Dezember 2015

Kota Kinabalu

Frohe Weihnachten an euch alle! Bei euch ist es jetzt sicher kalt und ihr werdet es euch mit eurer Familie drinnen im Warmen um den Tannenbaum  gemütlich machen oder noch dick eingemummelt einen Winterspaziergang machen. Ich bin heute mit Kapitän Bendixen in Kota Kinabalu, das ist in Malaysia. Hier fühlt sich Weihnachten ganz anders an, weil es so warm ist wie in Deutschland im Sommer. Zwar gibt es auch dekorierte Weihnachtsbäume, aber die sind noch sehr viel bunter und sie stehen zum Teil neben Palmen. Heute Morgen, am Strand, habe ich meinen eigenen Augen kaum getraut: Da lief doch tatsächlich der Weihnachtsmann in Badehose über den Strand und dann platschend ins Wasser. Ich habe ihm noch zugerufen: „Nicht zu lange baden, sonst kannst du die Geschenke gar nicht zu den Kindern bringen!“ Er hat gelacht und gesagt: „Das schaff ich mit links!“ Habt ein seebärenstarkes Weihnachtsfest und feiert Silvester gut ins Jahr 2016!

Hongkong
Montag, 4. Januar 2016

Hong-Kong

Molly und ich haben in den Straßen von Hong-Kong – einer riesigen Stadt in China – gerade sehr genüsslich eine leckere Teigtasche gegessen, als laut kreischend die Möwe Josefine angeflogen kam: „Zu Hilfe, zu Hilfe, dort hinten ist ein Drache!“ Molly blickte mich erschrocken an und ich erinnerte mich wieder, das Molly ja kein möwisch spricht. Während Josefine schreiend noch eine Runde über unseren Köpfen drehte und dann wieder in die Richtung flog, aus der sie gekommen war, übersetzte ich für Molly und wir stürzten Josefine hinterher. Je näher wir kamen, desto mehr Menschen standen auch auf der Straße. Sie lachten und tanzten und waren gar nicht ängstlich. Und dann sahen wir ihn! Der Drache war riesig und bunt und so lang wie eine Schlange. Und bei genauem Hinsehen stellten wir fest, dass es ein Kostüm war, in dem ganz viele Leute steckten. In China sind Drachen sehr beliebt. Da hat Josefine uns einfach an der Nase herumgeführt.

 

 

 

 

Känguru1 - bärenbraun
Montag, 15. Februar 2016

Sydney

Heute Morgen sind wir in aller Frühe in Sydney, in Australien, angekommen. Ich konnte es kaum erwarten Chloe wiederzusehen! Ich beschreibe sie euch mal: Sie ist pelzig, braun, ziemlich groß, hat einen Beutel am Bauch und kann ganz weit springen. Richtig geraten, Chloe ist ein Känguru! Wir haben uns auf meiner letzten Reise nach Australien kennen gelernt, als ich ihr dabei geholfen habe ein paar besonders aufdringliche Touristen zu erschrecken. Sie hat mir heimlich dabei geholfen in ihren Beutel zu krabbeln. Beim Leichtmatrosen, war das gemütlich: Kuschelig und warm und dunkel. So gemütlich, dass ich immer müder wurde. Als die Touristen wieder kamen, haben sie sich über mein lautes Schnarchen gewundert. Chloe hat mich angestupst und ich sprang aus ihrem Beutel, mit einer seebärigen Grimasse. Sind die gelaufen! Und heute hatte Chloe eine ganz besondere Überraschung für mich: In ihrem Beutel schläft nun ihre Tochter Allie – känguru-niedlich!

Cartagena
Mittwoch, 30. März 2016

Cartagena

War das lustig heute! Ich hatte mich in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena auf eine Mauer gesetzt, von der man eine tolle Aussicht hatte und da lief doch tatsächlich eine Obstschale an mir vorbei und blieb dann stehen. Als ich runterblickte sah ich, dass die Obstschale auf dem Kopf einer Frau stand. Molly bewunderte ihr buntes Kleid, aber mir lief das Wasser in meinem Seebären-Magen zusammen: So leckere Früchte! Vom gegenüberliegenden Haus blickte auch Josefine gierig das Obst an und startete eine Attacke. Im Sturzflug hielt sie auf die Frau zu, aber diese lachte nur und trat einen Schritt zur Seite. Um ein Haar wäre Josefine gegen die Mauer geklatscht. Glücklicherweise hatten Molly und ich noch geplant angeln zu gehen. Und so konnte ich seelenruhig die Angel auswerfen und mir ein schönes Stück Melone schnappen. Molly fand das sehr unhöflich, aber Josefines ungläubige Blicke waren es wert! Der Dame haben wir das Stück Melone dann natürlich bezahlt – denn sonst wäre es ja gestohlen gewesen.

Australien; Australia; Western Australia; West-Australien; Westaustralien; Outback; Shark Peninsula; Shark-Halbinsel; Monkey Mia; Delphine; dolphins; Delphin; dolphin; Gro§er TŸmmler; Bottlenose Dolphin; Tursiops truncatusHLK, ex Bittmann, AUS_WAMonkeyMia, Delphine in Monkey Mia, West-Australien / Dolphins at Monkey Mia, Western Australia. Wolfgang Bittmann
Freitag, 8. April 2016

Key West

„Attacke!“ Mit einem großen Satz sprang Molly von unserem Zodiac – das ist ein superschnelles Schlauchboot – ins türkisblaue Wasser. Wir lagen vor Key West in Florida. Molly und viele andere Kreuzfahrtgäste waren zum Schnorcheln hier. Sie wollten die bunten Fische und das kristallklare Wasser bewundern. Ich hatte heute keine Lust mir mein Seebärenfell nass zu machen. So träumte ich vor mich hin und genoss die Sonne. Aber auf einmal sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung, die nicht menschlich war. Eine dreieckige, graue Rückenflosse durchschnitt die Wasseroberfläche. Plötzlich schlug mein Bärenherz ganz schnell. War das ein Hai? Ich versuchte Molly etwas zuzurufen, aber sie und die anderen Schnorchelnden hatten die Köpfe unter Wasser und konnten mich nicht hören. Ich hielt mir die Bärentatzen vors Gesicht. Nach kurzer Zeit hörte ich Rufe und… Lachen. Ich öffnete die Augen. Und da schwamm fröhlich ein Delfin um die Schwimmenden herum. Was für ein schöner Besuch!

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Donnerstag, 12. Mai 2016

Odessa (Ukraine)

Molly und ich hetzten um eine Häuserecke in der Küstenstadt Odessa, in der Ukraine. „Lauf schneller! Sie dürfen uns nicht kriegen!“ Ich kann nie verstehen, warum Menschen so langsam sind, im Vergleich zu uns Seebären. Molly und ich mussten uns vor Finn und der Möwe Josephine verstecken. Wir spielten nämlich ein extrem spannendes Spiel. Und darauf hatte uns die Statue der Fischersfrau Sonia gebracht, die in Odessa steht. Sie und der kleine Junge sehen so echt aus, dass sie tatsächlich versteinerte Menschen sein könnten. Und so spielten wir nun, dass wir uns gegenseitig versteinern würden, wenn die eine Mannschaft die andere tickt. Wir bogen in eine enge Gasse und liefen so schnell wir konnten – aber nicht schnell genug. Plötzlich hörte man Möwengeschrei über uns und wie aus dem Nichts tauchte Finn neben Molly und mir auf und „versteinerte“ uns. Da hatten Finn und Josephine einen ordentlichen Vorteil, weil Josephine fliegen kann.

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Donnerstag, 2. Juni 2016

Bonifacio

Mannomann, manchmal merkt man erst, dass jemand einem ganz schön fehlen würde, wenn er nicht mehr da ist. Heute waren wir in Bonifacio auf Korsika.  Der Möwe Josefine gefiel es so gut, dass sie begeistert rief: „Ich bleibe hier!“ Molly und ich lachten und glaubten ihr nicht. Als wir uns abends auf den Rückweg zur EUROPA 2 machen wollten, krächzte Josefine: „Tschüß, war hin und wieder auch nett mit euch.“, und flog davon. Molly und ich guckten uns entgeistert an. Zuerst war es mir egal. Josefine  und ich streiten ja doch immer nur. Aber auf dem Schiff kam es mir plötzlich viel zu ruhig vor, ohne das Plappermaul. Ich kletterte in das  Rettungsboot, in das Josefine ihr Nest gebaut hatte und dachte traurig daran, wie ich sie hier kennen gelernt hatte. „War ja klar, dass du dir gleich mein zu Hause schnappst!“, zeterte plötzlich eine Möwenstimme direkt neben mir. Ich musste wohl eingeschlafen sein. Als Josefine das Schiff vorbeifahren gesehen hatte, hatte sie doch Heimweh bekommen und war nach Hause gekommen.

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Samstag, 30. Juli 2016

Douglas

„Josefine, Achtung, nicht in den Rauch fliegen!“ Aber es war schon zu spät. Molly, Finn und ich erlebten gerade ein großes Abenteuer. Wir fuhren in einer alten Dampflock, die in Douglas, auf der Isle of Man, immer noch genutzt wird. Es war wie eine Reise in eine andere Zeit. Der Zug ratterte und zischte – einfach toll! Josefine hatte erst nicht mitkommen wollen, aber nun flog sie doch hinterher. Sie probierte neben der Eisenbahn herzufliegen, kam aber leicht vom Kurs ab und geriet so mitten in den Qualm der alten Dampflock. Davon bekam sie einen Hustenanfall. Beinahe wäre sie abgestürzt, schaffte es gerade sich zu fangen. „Macht doch was, sie muss notlanden!“, rief Molly. Sie öffnete das Fenster um Josefine hereinzulassen, aber die Möwe schaffte es nicht hineinzufliegen. Kurzerhand machte ich mich groß, sodass Josefine auf meiner Bären-Tatze landen konnte. So konnte sie dann doch noch mit der alten Eisennbahn mitfahren.

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Freitag, 5. August 2016

Edinburgh

Heute haben Molly und ich eine gute Tat vollbracht. Wir waren in Edinburgh, das ist in Schottland, und machten einen Spaziergang, vorbei an schönen grünen Wiesen. Nach kurzer Zeit hörte ich aus einiger Entfernung eine dunkle Stimme, die ärgerlich vor sich hin murmelte: „So was doofes. Ich muss mich irgendwie befreien…“ Molly wunderte sich über das laute Muhen einer Kuh. Als wir um eine Ecke kamen, sahen wir woher die Stimme kam. Das war gar keine Kuh, sondern ein zotteliges braunes Hochlandrind. Er hatte sich mit seinen Hörnern am Weidezaun verfangen und steckte nun fest. Einige andere Kreuzfahrtgäste versuchten schon zu helfen, trauten sich aber nicht, weil das Rind mit dem Kopf hin- und herzuckte.  Schnell  liefen Molly und ich zu dem großen Tier. Ich  flüsterte dem Rind, dessen Name Zack war, zu, dass es den Kopf stillhalten sollte und Molly wickelte den Zaun-Draht von seinen Hörnern. Er war sehr dankbar und die anderen Kreuzfahrt-Gäste feierten Molly für ihren Mut.

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Freitag, 2. September 2016

Reykjavik (Island)

Kapitän Bendixen hatte heute eine äußerst lustige Reitstunde. Wir waren in Reykjavik und haben dort einen Ausritt auf Islandponys mitgemacht. Der Kapitän sah ohnehin schon sehr lustig aus, weil er viel zu groß für das Pony war und seine Beine beim Reiten beinahe auf dem Boden hingen. Und dann benahm sich sein Pony auch noch mehr wie ein Esel und blieb ständig stehen, wenn es eigentlich laufen sollte und lief wenn es stehen sollte. Molly und ich haben uns ganz kringelig gelacht. Denn wir wussten warum das Pony sich so verhielt. Molly war ein wenig sauer auf ihren Vater, da er nicht erlaubt hatte, dass sie ihre Zeit auf dem Kreuzfahrtschiff verlängerte, weil sie zur Schule musste. Und deshalb hatte sie mich gebeten dem Pony zu sagen, dass es besonders störrisch sein sollte. Das Pony Riko hatte der Idee sofort zugestimmt, sodass Kapitän Bendixen irgendwann mit hochrotem Kopf abstieg und sagte: „Ich gehöre auf das Meer und nicht auf ein Pony!“

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Donnerstag, 6. Oktober 2016

Miami

Arrrgh, gleich schnapp ich euch!“ Der riesige Alligator kreiste um unser Boot, öffnete sein Maul und zeigte eine Reihe riesiger scharfer Zähne. MS EUROPA lag heute vor Miami, in Florida und wir machten eine Tour durch die Everglades mit. Das ist das größte tropische Sumpfgebiet der Welt und es ist berühmt für die vielen Alligatoren und Krokodile. Vor etwa einer Stunde waren wir losgefahren und wir kamen zwar an vielen Alligatoren vorbei, aber sie schwammen alle wie leblose Baumstämme neben uns im Wasser, sodass nur die Augen rausguckten. Finn meinte: „Ich würde zu gerne mal den ganzen Körper von einem Alligator sehen.“ Ich zwinkerte Molly zu. Das ließ sich machen. „Hey, ihr Alligatoren, Finn möchte euch gerne mal in voller Größe sehen. Und erschreckt ihn ruhig ein wenig.“ Die Alligatoren lachten blubbernd und der eine sprang direkt neben Finn aus dem Wasser. Finn zuckte zurück. Der nächste umkreiste bedrohlich das Boot und kicherte dabei. Und einer hievte seinen Körper an Land, sodass man ihn gut sehen konnte. Finn war bärgeistert.

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Donnerstag, 3. November 2016

Cienfuegos (Kuba)

Heute lag die EUROPA 2 vor Kuba und wir hatten einen ganz besonderen Ausflug geplant, mit einem alten kubanischen Auto. Wir saßen gerade im Auto, als Kapitän Bendixen einen Anruf erhielt und schnell zurück zum Schiff musste. „Tut mir Leid, Kinder, wir müssen die Autofahrt verschieben.“ Molly und Finn sahen sich traurig an. „Zu schade, dass wir zu jung sind zum Auto fahren.“ Da bekam Molly leuchtende Augen: „Wir sind zu jung, aber Käpt’n Knopf nicht!“ Ich verschluckte mich fast an meiner Seebären-Spucke. „Ich? Ich kann gar kein Auto fahren!“ Molly schob mich auf den Fahrersitz: „So schwer kann das ja nicht sein. Mach dich erstmal groß!“ Das tat ich. So kam ich mit der Tatze auch an das Pedal zum Gas geben heran. Vorsichtig drehte ich den Zündschlüssel. Der Motor stotterte und der Wagen ratterte. War ich aufgeregt! Dann machte der Wagen einen Satz nach vorne und der Motor ging aus. Das ging noch einige Male so und so fiel die Fahrt doch aus. Später erfuhr Molly, dass ich die Kupplung hätte treten müssen.

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Samstag, 3. Dezember 2016

Moorea

Schnief, schnief, schluchz. Molly und ich spielten am Strand von Polynesien, als ich plötzlich jemanden weinen hörte. Molly wunderte sich: „Wer krächzt hier denn so komisch?“ Wer konnte wohl an so einem traumhaften Strand weinen? Das Wasser glitzerte türkis-blau in der Sonne und der Sand war herrlich schneeweiß.  In der Nähe entdeckten wir einen seltsamen schwarzen Vogel, der weinend im Sand saß. Molly blickte mich fragend an. Immer muss ich reden, weil Molly ja keine Tier-Sprache kann… Na gut. „Hallo du, Vogel, warum weinst du?“ Der Vogel blickte sich irritiert um, er kannte noch keinen Seebären. „Die…schluchz… die anderen lachen mich aus, weil ich so ungeschickt laufe.“ „Ach was, die anderen übertreiben bestimmt.“ Und da rannte der Vogel los. Wir mussten uns das Lachen verkneifen, weil er tatsächlich sehr ungeschickt lief. „Seht ihr, deshalb werde ich auch Tölpel genannt – aber ihr könnt mich Toto nennen.“ „Sei nicht traurig, du kannst doch sicher etwas anderes gut?!“ „Ja, ich kann ganz toll fliegen und im Sturzflug die Fische fangen!“ Das musste Toto natürlich vorführen und war schon bald gar nicht mehr traurig.

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Samstag, 24. Dezember 2016

Auf See (zwischen Neuseeland und Australien)

Heute waren Molly und ich schon ganz früh wach, denn heute ist ja Weihnachten! Und wir hatten eine Mission! Seit Tagen erzählte die Crew uns, dass der Weihnachtsmann kommen würde. Und wir wollten unbedingt sehen, mit welchem Fahrzeug er ankam. Die EUROPA 2 fährt nämlich gerade zwischen Neuseeland und Australien herum, deshalb ist es den Rentieren bestimmt zu warm und er muss ja irgendwie über das Wasser kommen. Vielleicht mit einem Jet-Ski? Oder als Wasserski-Läufer hinter einem Boot? Molly stellte gerade ihr Fernrohr scharf und blickte aufs glitzernde Wasser hinaus. Da hörten wir plötzlich ein tiefes „Ho-ho-ho“ hinter uns. Als wir uns umdrehten stand uns niemand geringerer als der Weihnachtsmann gegenüber. Da haben wir uns natürlich etwas geärgert, dass er es unbemerkt an Bord geschafft hat. Aber der Ärger war schnell vergessen. Und nächstes Mal finden wir bestimmt heraus, wie er auf das Schiff kommt!

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